Remarketing bezeichnet die erneute Ansprache von Menschen, die bereits Kontakt mit einem Unternehmen oder Angebot hatten. Eine Anzeige kann beispielsweise eine offene Produktfrage aufgreifen oder auf eine passende Leistung zurückführen. Der frühere Kontakt bedeutet jedoch nicht, dass die Person das Angebot abgelehnt hat.
Vielleicht fehlte Zeit, eine Information war unklar oder die Entscheidung wurde noch nicht getroffen. Sinnvolles Remarketing berücksichtigt diese Möglichkeiten, statt dieselbe Werbung möglichst oft zu wiederholen.
Remarketing als Ergänzung einordnen
Bevor du Zielgruppen erneut ansprichst, prüfe die erste Erfahrung. Ist die Zielseite verständlich? Funktioniert der mobile Weg? Sind Preise, Varianten oder Leistungsumfang nachvollziehbar? Wiederholte Anzeigen beheben diese Probleme nicht automatisch.
Remarketing gehört deshalb in einen größeren Zusammenhang aus Angebot, Inhalten und Kontaktweg. Bei Performance-Marketing sollten diese Bestandteile gemeinsam geplant werden. Eine zusätzliche Kampagne ist nur sinnvoll, wenn sie eine konkrete Aufgabe erfüllt.
Eine hilfreiche Botschaft für den nächsten Schritt wählen
Überlege, welche Information nach dem ersten Kontakt noch fehlen könnte. Wer eine Produktseite besucht hat, benötigt möglicherweise einen Größenvergleich oder eine Erklärung der Anwendung. Wer eine Dienstleistung betrachtet hat, möchte vielleicht den Ablauf eines Projekts verstehen.
- Eine häufige Produktfrage verständlich beantworten.
- Ein passendes Anwendungsbeispiel zeigen.
- Den tatsächlichen Leistungsumfang erklären.
- Auf eine hilfreiche Vergleichs- oder Informationsseite verweisen.
- Einen angemessenen, klar beschriebenen nächsten Schritt anbieten.
Vermeide Aussagen, die Menschen eine Ablehnung oder persönliche Eigenschaft unterstellen. Ein sachliches Motiv mit einem zusätzlichen Nutzen ist oft passender als eine aufdringliche Erinnerung an einen vergangenen Besuch.
Technik, Daten und Freigaben vorab klären
Remarketing kann je nach Umsetzung personenbezogene Daten und Zugriffe auf Endgeräte betreffen. Vor dem Einsatz müssen die tatsächlich verwendeten Dienste, Datenflüsse und erforderlichen Voraussetzungen geprüft werden. Eine allgemein vorhandene Datenschutzerklärung oder ein beliebiger Ladebutton reicht dafür nicht als Nachweis.
Dieser Beitrag ersetzt keine Prüfung einer konkreten technischen und rechtlichen Einrichtung. Behaupte insbesondere keine aktive Zielgruppenmessung, wenn sie nicht eingerichtet ist. Prüfe auch, wie Zielgruppen ausgeschlossen, Daten gelöscht und abgeschlossene Anfragen berücksichtigt werden können.
Praxisbeispiel: eine offene Frage statt derselben Anzeige
Ein Anbieter verkauft modulare Aufbewahrungsboxen. Häufig wird gefragt, ob mehrere Größen miteinander kombiniert werden können. Ein mögliches Remarketing-Motiv erklärt diese Kompatibilität anhand eines tatsächlichen Produktbeispiels und führt zu einer passenden Detailseite.
Das Unternehmen plant eine begrenzte Ansprache und überprüft, ob die Information hilfreich ist. Käufer und andere nicht mehr passende Personen sollen nach der konkreten Einrichtung sinnvoll ausgeschlossen werden. Das Beispiel beschreibt eine mögliche Strategie und keine laufende Verarbeitung auf dieser Website.
Ergebnisse mit Vorsicht bewerten
Menschen mit vorherigem Interesse sind nicht mit vollkommen neuen Interessenten gleichzusetzen. Eine Bestellung nach einer Anzeige beweist deshalb nicht automatisch, dass allein die Anzeige ausschlaggebend war. Vergleiche Ergebnisse mit dem übrigen Kaufweg und berücksichtige die Grenzen der Messung.
Prüfe zusätzlich Anzeigenhäufigkeit, Rückmeldungen und Kosten. Übermäßige Wiederholung kann störend wirken. Wenn die Datengrundlage klein oder unvollständig ist, sollten Schlussfolgerungen entsprechend vorsichtig bleiben. Die typischen Fehler bei Onlinewerbung helfen bei der Einordnung.
Häufige Fragen zum Remarketing
Ist Remarketing für jedes Unternehmen sinnvoll?
Nein. Es braucht einen passenden Zweck, ausreichende Voraussetzungen und eine begründete Zielgruppe. Bei kleinen Datenmengen können andere Verbesserungen wichtiger sein.
Ist Remarketing dasselbe wie eine Erinnerungs-E-Mail?
Nein. Anzeigen und E-Mails sind unterschiedliche Kommunikationswege mit eigenen technischen und rechtlichen Voraussetzungen. Eine Anfrage bedeutet nicht automatisch eine Anmeldung für Werbe-E-Mails.
Was ist eine Alternative zu erneuter Werbung?
Verbessere die Informationen auf der Zielseite und beantworte typische Fragen mit hilfreichen Inhalten. Content-Marketing kann solche Entscheidungshilfen systematisch vorbereiten.
